Forstliche Kleindenkmäler

  • Orte der Erinnerung
  • Materl im Steinbachtal

Materl, Bildstöcke und Wegkreuze

Die Region des Naturpark Eisenwurzen bis ins niederösterreichische Alpenvorland mit den Orten Göstling an der Ybbs, Hollenstein/Ybbs, Lunz am See, Gaming, Langau und Lackenhof war Jahrhunderte lang von der Land-und Forstwirtschaft geprägt.

Besonders in der Forstwirtschaft wurden großartige Leistungen im Bringungswesen erbracht, um den Energiebedarf an Holzkohle für den steirischen Erzberg und die vielen kleinen Eisenhämmer entlang der Eisenstrasse sicherzustellen.

Zahlreiche Bauwerke und forstkulturelle Denkmäler, wie Reste von Holzfangrechen, Holztriftanlage im Mendlingtal, Getreidespeicher zur Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung und forstliche Gebäude zeugen heute noch von diesen großartigen Leistungen.
Viele, der unter den schlechten Arbeitsbdingungen hart arbeitenden Menschen, zahlten ihren Arbeitseinsatz oft mit dem Leben.

Wegkreueze, Marterln und Bildstöcke sind ein Teil unserer Natur-und Kulturlandschaft und unserer Identität.
Sie haben ihre Wurzeln in der Region, im Glauben und in den einzelnen Schicksalen der Bevölkerung.
Meistens erinnern sie an Arbeitsunfällen (Waldarbeit, Flösserei) Unglücke durch Naturgewalten und beim Transport.
Sie sind aber auch Danksagungen bei einer Rettung "von oben", berichten von Jagderlebnissen und anderem mehr.
Bei genauer Betrachtung erzählen sie ganze Geschichten vom harten Lebensalltag, der Arbeitskultur und Volksfrömmigkeit der Region.
Fast immer sind sie von Bäumen wie Linden, Ahorn oder Birken umrahmt. Sie sollen Schatten spenden, wenn jemdand dort verweilen möchte.
Gelegentlich ranken sich Sagen und Geschichten um diese Stätten der Erinnerung, einige sind heute noch ein Ort der Andacht oder Ziel einer jährlichen Prozession. Manche sind auch in Vergessenheit geraten und versteckt an unübersichtlichen Stellen, umgeworfen und verwittert, viele aber weden bis heute betreut und erfahren wachsende gesellschaftliche Wertschätzung (Elisabeth Johann Österr.Forstverein).

Kern Ludwig

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